Probleme der Langzeitarchivierung

Die Datenmengen wachsen weltweit und nehmen gigantische Ausmaße an - aber wie sie bewahren?

Forscher werten eine Unzahl von Informationen aus, um den Klimawandel zu berechnen und Wirbelstürme vorauszusagen. Mediziner nutzen leistungsstarke Computer zur Entschlüsselung einzelner Gene des Menschen. Der Trend zur Digitalisierung ist ungebrochen, Speichermedien wie CDs oder Festplatten werden immer billiger und erlauben es, auch private Fotos und Musikdateien in großer Zahl zu archivieren. Doch wie lange halten die Daten ­ droht irgendwann ein Loch?

Populäre Datenträger wie DVD, CD und Festplatte besitzen nur eine begrenzte Lebensdauer, immer wieder muss umkopiert werden. Die rasante technische Entwicklung bringt ständig neue Hard- und Software auf den Markt. Wer benutzt heute noch Disketten? Moderne Computer können aus ihnen nichts mehr herauslesen. Irgendwann fehlen auch Ersatzteile die digitalisierten Informationen sind dann unwiederbringlich verloren.
"Daten mit sehr hoher Bedeutung werden auch in 200 Jahren noch lesbar sein", sagt Carsten Bormann vom Technologie-Zentrum Informatik der Universität Bremen. "Das ist aber nicht unsere ganze Kultur. Archäologen brauchen ja immer auch Hinterlassenschaften aus dem normalen Leben. Privatanwender fehlt aber häufig das Bewusstsein, dass auch digitale Daten verloren gehen können. Insofern ist es schon vorstellbar, dass unsere Epoche später möglicherweise als dunkles digitales Zeitalter beschrieben wird."

Hartmut Gieselmann, Redakteur bei der Computerzeitschrift "c't", hält diese Sicht für zu pessimistisch. Allerdings bemängelt auch er mangelnde Weitsicht bei vielen Privatanwendern. Sein Rat: Wichtige Daten stets mehrfach sichern, zum Beispiel auf einer externen Festplatte und auf CD oder DVD. Auf dem Markt herrsche enormer Preisdruck, daher gebe es bei optischen Speichermedien wie CD und DVD immer wieder Probleme mit der Qualität. "DVD-Brenner werden nicht damit beworben, wie sicher sie arbeiten, sondern wie schnell sie sind", sagt Gieselmann. Ein Hauptproblem in unserer digitalisierten Welt sieht der Experte aber vor allem in der Informationsflut. "Die Gefahr im Datenmüll zu ersticken, ist größer als der Verlust wichtiger Daten."

Quelle und gesamter Artikel: COMPUTERWOCHE.de

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