Die Internationale Organisation für Normung (ISO) hat am heutigen Mittwoch bestätigt, was die Spatzen bereits von den Dächern pfiffen: Microsofts umstrittene Spezifikation Office Open XML (OOXML) hat im zweiten Anlauf das Rennen um die symbolisch wichtige Standardisierung in Genf geschafft. Laut einer Mitteilung des Gremiums haben 75 Prozent der qualifizierten ISO-Hauptmitglieder das Dokumentenformat befürwortet. Eine Zweidrittelmehrheit mussten die Redmonder hier hinter sich bringen. Auch die zweite Hürde konnte OOXML dieses Mal überspringen: Mit 16 Prozent stimmten weniger als ein Viertel aller an der Abstimmung beteiligten Länder gegen die ISO-Weihe für die über 6000 Seiten umfassende Spezifikation.
In der ersten Runde des im Namen der European Computer Manufacturers Association (ECMA) gestarteten "Fast Track"-Verfahrens zur beschleunigten OOXML-Standardisierung im September hatte Microsoft noch beide Kriterien knapp verfehlt. Nach einer einwöchigen Einspruchberatung in Genf Ende Februar konnten die Redmondern aber auf mehr internationalen Zuspruch bauen, obwohl die meisten bekannten Problemfelder der Spezifikation damals wegen Zeitmangels gar nicht im Einzelnen auf den Tisch kamen.
Microsoft selbst war angesichts mehrerer Berechnungen von Beobachtern sowie der Veröffentlichung eines inoffiziellen Ergebnisses auf einer Mailingliste bereits am gestrigen 1. April mit einer Jubelmeldung vorgeprescht. Der Konzern vermerkt darin nicht ohne Stolz, dass OOXML nun mit HTML, PDF und dem Open Document Format (ODF) als ISO-Dokumentenformat in einer Reihe stehe.
Ein Großteil der Arbeit steht für Microsoft aber noch aus. So haben 36 Länder und Standardisierungsorganisationen ihrem abschließenden Votum bei der ISO-Endrunde zur OOXML-Standardisierung erneut umfangreiche technische Kommentare hinzugefügt, die von Microsoft noch zu berücksichtigen sind. Der Konzern wird nicht umhinkommen, für die voraussichtliche erste Implementierung des "neuen" OOXML das bisherige Office-Standardspeicherformat gründlich umzubauen.
Quelle und gesamter Artikel: heise online
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