Gastkommentar von Thomas Lutz, Unternehmenssprecher und Mitglied der Geschäftsleitung, Microsoft Österreich GmbH
Investitionsschutz
Wir arbeiten jeden Tag mit Kürzeln elektronischer Dateiformate. So sind zum Beispiel Milliarden von elektronischen Dokumenten im bekannten .doc-Standard von Microsoft abgespeichert. Nicht zuletzt die wahre Explosion des elektronischen Datenvolumens hat nun das Thema Langzeitarchivierung von Information wieder in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gerückt. Neben den Aspekten von funktionsfähigen Abspielgeräten (können Sie heute noch eine 8“ Diskette verwenden?) und der Haltbarkeit von Speichermedien (CD/DVD-Halbwertszeit liegt bei zehn Jahren) spielen dabei auch offene Dokumentenformate eine wichtige Rolle. Diese zeichnen sich neben der Transparenz ihrer Struktur durch eine weitgehende Unabhängigkeit von Herstellern und damit verbundener Wahlfreiheit an Anwendungen aus.
Vom offenen zum ISO-Standard
Die Dokumentenformate, die aus der weltweit von über 500 Mio. Anwendern eingesetzten Microsoft Office-Suite stammen, sind bereits solche offenen Standards geworden. Microsoft hat diese bereits im Dezember 2006 an das seit 1960 bestehende internationale Standardisierungsgremium ECMA (European Computer Manufactures Association) übergeben. So können Word-, Excel- oder Powerpoint-Dokumente völlig unabhängig von Microsoft-Produkten erstellt und gespeichert werden.
Weltweit unterstützen bereits tausende unabhängige Softwarehersteller diesen offenen Standard. Auch Mitbewerber von Microsoft haben bereits hunderte von eigenen Programmen und Implementationen für Anwendungen geschrieben. Diese setzen den neuen internationalen Standard ein und erzeugen OpenXML-Dokumente (Endungen .docx, .xlsx, …), die vollständig kompatibel mit den Office-Programmen von Microsoft sind. Produkte wie zum Beispiel Apples iPhone unterstützen so die neuen OpenXML-Dokumentenformate. Der bereits von der ECMA verabschiedete offene Standard ist nun auf dem Weg zum ISO-Standard und genießt dabei weltweit breite Unterstützung: In Österreich zum Beispiel durch zahlreiche IT-Firmen, durch den Österreichischen Städtebund, oder durch die Österreichische Nationalbibliothek.
Offene Formate können deutlich mehr
Die neuen, offenen OpenXML-Formate können auch deutlich mehr als ihre Vorgänger. Auffälligster Punkt ist der weit geringere Platzbedarf; die neuen Dokumente benötigen bis zu 75 Prozent weniger Speicherplatz. Die neue XML-Struktur der Dokumente macht sie auch viel robuster und unanfälliger für Beschädigungen. Der größte Vorteil ist die vollständige Kompatibilität mit den bestehenden Dateiformaten älterer Office-Versionen. Damit ist der Investitionsschutz auch für bestehende Dokumente gesichert. Das große Ziel der Langzeitarchivierung von Wissen rückt so in greifbare Nähe.
Quelle und gesamter Artikel: medianet.at
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